Strašnice Crematorium, Krematorium in Prag 10, Tschechische Republik.
Das Strašnice-Krematorium ist ein konstruktivistisches Gebäude in der Vinohradská-Straße in Prag 10-Vinohrady, 1931 errichtet und 1932 nach einem Entwurf von Alois Mezera eröffnet. Sein blassgelber Block trägt fünf hohe schmale Fenster über einem säulengestützten Eingang, davor ein flaches Steinbecken auf dem gepflasterten Vorplatz. Die Haupthalle ist 16 Meter hoch und umfasst 450 Quadratmeter.
Ein 1926 ausgeschriebener öffentlicher Architekturwettbewerb wählte aus 40 Entwürfen den konstruktivistischen Entwurf von Alois Mezera; im Sommer 1929 begann der Bau, im Januar 1932 wurde das Gebäude feierlich eröffnet, der Betrieb startete am 4. April 1932, dem Tag der Schließung des provisorischen Krematoriums in Olšany. Während der NS-Besatzung wurden in einer „dritten Nachtschicht“ rund 2.200 Menschen eingeäschert; nach 1948 wurden erneut Leichen von in politischen Prozessen Hingerichteten hierher gebracht, und der Direktor František Suchý führte ein geheimes Verzeichnis der Toten.
Der Zeremoniensaal fasst 80 sitzende und 500 stehende Gäste und besitzt eine eigene Orgel; rechts daneben wurde später der kleine Baxa-Saal angebaut. In der Vorhalle nennt eine Gedenktafel Präsident T. G. Masaryk, Bürgermeister Karel Baxa, Architekt Alois Mezera und Baumeister Tomáš Amena.
Die Leichenwagen gelangen über eine sanfte Steigung von drei Grad in das Gebäude; die Zeremonienhalle bietet 200 Sitzplätze und eine große Glasfront für Trauergäste draußen. Das Areal grenzt an den Vinohrady-Friedhof, ist aber durch eine Mauer von ihm getrennt; der Durchgang führt über ein kleines Tor beim Krematoriumsgebäude. Im September 2012 wurde die Anlage im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals für die Öffentlichkeit geöffnet.
Der Krematoriumsleiter František Suchý führte unter dem Nazi- und dem kommunistischen Regime ein geheimes Verzeichnis der hier verbrannten Körper, versteckte für Kompost bestimmte Asche und notierte Namen trotz drohender Strafe. Sein Sohn, Zeuge der Einäscherungen, schloss sich dem antikommunistischen Widerstand an und wurde 1952 zu 25 Jahren Haft verurteilt.
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