Chapel of Saint John the Baptist, Friedhofskapelle in Slavkov u Brna, Tschechische Republik.
Die Kapelle des heiligen Johannes des Täufers steht im Nordwestteil des Friedhofs an der Špitálská-Straße im Vorort Špitálka von Slavkov u Brna. Ihr Grundriss ist ein Dreipasskreuz: ein rechteckiges einschiffiges Langhaus mit ovalen Seitenkapellen und einem quer gestellten ovalen Presbyterium unter hoher Kuppel, während die Kuppeln der Seitenkapellen und über der Vierung niedriger sind. Im Osten ergänzt eine niedrige Sakristei mit Walmdach den Bau, im Westen schließt das ehemalige Spitalgebäude an.
Die Kapelle entstand aus einem gotischen Kirchlein mit Spital, das der Deutsche Orden bereits im 13. Jahrhundert in Slavkov betrieb. Während der Hussitenkriege ging das Spital ein und wurde 1483–1487 durch Jan Zelený ze Šanova wiederhergestellt; 1497 statteten Petr hrabě od svatého Jiří und seine Frau Žofie z Waldsteinu es finanziell aus. 1509 kaufte Oldřich z Kounic Slavkov, und 1567 bestätigten Oldřich und Kryštof z Kounic der Stadt das Recht, Abgaben für den Spitalbetrieb zu erheben. Im Dreißigjährigen Krieg verfiel die Anlage; 1676–1677 ließ Dominik Ondřej I. z Kounic Spital und Kapelle erneuern, 1743 erweiterte Maxmilián Oldřich z Kounic-Rietberg die Kapelle zur heutigen Gestalt.
Die Kapelle ist dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht, dessen Bild den Hauptaltar unter dem Allianzwappen der Kounic-Rietberg schmückt. Die Nordkapelle ist der Jungfrau Maria, die Südkapelle dem gekreuzigten Erlöser geweiht; beide wurden 1882 restauriert, wobei Statuen Unserer Lieben Frau von Lourdes und ein Kruzifix für ihre Altäre angefertigt wurden.
Der Ort ist leicht zu Fuß erreichbar, da er sich zentral im Friedhof befindet. Besucher sollten angemessene Schuhe tragen und respektvolle Kleidung wählen, da es sich um einen aktiven Begräbnisplatz handelt.
Die 1795 von Arnošt Kryštof von Kounitz-Rietberg unter der Südkapelle eingerichtete Familiengruft der Kounice nahm binnen rund eines Jahrhunderts sieben Familienmitglieder auf, darunter Václav Antonín von Kounitz-Rietberg (1711–1794), österreichischer Staatskanzler unter Maria Theresia, Joseph II. und Leopold II. Eine Marmorfigur eines liegenden Kindes von Emanuel Max, datiert 1861, erinnert an ein Kleinkind der böhmischen Linie.
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