Church of Our Lady of Santana, Katholische Kirche in Rio de Contas, Brasilien
Die Kirche Unserer Lieben Frau von Santana ist eine unvollendete Kirche des 18. Jahrhunderts aus unverputztem Steinmauerwerk, außen wie innen ohne Putz. Ihr rechteckiger Grundriss umfasst drei Schiffe und einen Chor, der über hohe Bögen mit den seitlichen Sakristeien verbunden ist; nur Mittelschiff, Chor und Sakristeien sind überdacht. Die Fassade hat drei Bogenportale, drei hohe Chorfenster und einen barocken Giebel mit Voluten und Spitzpfeilern, die einzigen verputzten Teile.
Der Bau begann laut portugiesischen Quellen um 1779 und wurde von Sklaven ausgeführt. Um 1850 wurden die Arbeiten eingestellt, nachdem die Bevölkerung zu den 1844 entdeckten Diamantenminen von Mucugê abgewandert war. Die Fassade stürzte in den 1940er Jahren ein und wurde 6,2 Meter zurückversetzt wiederaufgebaut; das Dach wurde 1960 ersetzt. IPHAN stellte die Kirche 1958 unter der Nummer 446 unter Denkmalschutz.
Die Kirche ist der Endpunkt der wichtigsten katholischen Feier von Rio de Contas: Die Fronleichnamsprozession im Juni zu Ehren des Santíssimo Sacramento endet hier. Beim traditionellen Karneval der Stadt vollziehen die Feiernden am zweiten Tag eine „Lavagem“ auf der Kirchentreppe, im cortejo das baianas.
Der Ort befindet sich in einem hügeligen Bereich und die Steintreppe kann vor Regen oder bei feuchten Bedingungen rutschig sein. Der Platz bietet einen breiten, ebenen Bereich zum Erkunden der Fassade und zur Orientierung in der Umgebung.
In den 1940er Jahren verursachte starker Regen einen Teileinsturz der Fassade, woraufhin das Gebäude um mehrere Meter nach hinten versetzt wurde. Diese Versetzung ist heute noch sichtbar und erzählt von der Beständigkeit und Anpassung des Ortes über die Jahrzehnte.
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