Kertha Gosa Pavilion, Historischer Pavillon in Semarapura, Indonesien
Der Kertha Gosa Pavillon ist ein überdachtes, offenes Gebäude im Klungkung-Palastkomplex in Semarapura, Bali, das als Gerichtssaal genutzt wurde und heute vor allem für seine vollständig bemalten Decken bekannt ist. Das Bauwerk steht auf einer erhöhten Plattform, und die Innendecke ist in konzentrischen Ringen mit Malereien bedeckt, die sich vom Rand bis zur Mitte erstrecken.
Der Pavillon wurde 1686 von I Dewa Agung Jambe errichtet, dem Gründer des Königreichs Klungkung, als zentraler Ort für die Rechtsprechung auf Bali. Nach der niederländischen Kolonialherrschaft im frühen 20. Jahrhundert und dem Erdbeben von 1917 wurden die Deckenmalereien erneuert und teilweise überarbeitet.
Die Deckenmalereien folgen dem Kamasan-Stil, einer lokalen Tradition aus dem nahe gelegenen Dorf Kamasan, in der flache Figuren in Ocker-, Schwarz- und Rottönen auf hellem Grund dargestellt werden. Wer genau hinsieht, erkennt Szenen aus dem Mahabharata und dem Ramayana, die einst dazu dienten, Gerichtsbesuchern moralische Grundsätze vor Augen zu führen.
Das Gebäude ist Teil des Taman Gili-Komplexes, der gegen eine Eintrittsgebühr zugänglich ist. Am frühen Morgen ist es ruhiger und das Licht fällt günstiger auf die Deckenmalereien, was die Betrachtung erleichtert.
Die Stühle im Pavillon trugen je ein Tiersymbol, das den Rang der sitzenden Person anzeigte: Ein Löwe kennzeichnete den Platz des Königs, ein Stier den der Priester und ein Drache den der Beamten. Dieses System machte auf einen Blick deutlich, wer welche Autorität besaß, ohne dass ein einziges Wort gesprochen werden musste.
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