Cinquantenaire Arcade, Triumphbogen im Europaviertel, Brüssel, Belgien
Die Arcades du Cinquantenaire sind eine Gedenkarkade im Park des Cinquantenaire in Brüssel, deren Kern ein dreifacher Bogen von 30 Metern Breite und 45 Metern Höhe ist. Die Bögen aus grauem Stein werden von kannelierten Säulen getrennt, und eine Bronzequadriga von Thomas Vinçotte und Jules Lagae krönt die mittlere Öffnung. Zu beiden Seiten erstrecken sich geschwungene Kolonnaden.
Die Arkade entstand für die Nationalausstellung 1880 zum 50. Jahrestag der belgischen Unabhängigkeit, doch zunächst wurden nur die Säulenbasen errichtet und mit einem provisorischen Holzbogen überdeckt. Nach dem Tod des Architekten Gédéon Bordiau 1904 entwarf Charles Girault den dreifachen Bogen; 450 Arbeiter bauten ihn in acht Monaten, und Leopold II. weihte ihn am 27. September 1905 zum 75. Jahrestag ein. Der Bau kostete 7.500.000 Goldfranken, teilweise mit Geld aus dem Kongo finanziert, weshalb Émile Vandervelde sie „die Arkade der abgehackten Hände“ nannte.
Acht Statuen an den Seiten des Bogens stellen verschiedene belgische Provinzen dar und vermitteln nationale Identität durch architektonische Elemente.
Der Bogen bildet das Zentrum der Esplanade des Cinquantenaire; die nächsten Metrostationen sind Schuman im Westen und Merode im Osten. Ein Wendeltreppenhaus, heute mit Aufzug, führt zu einem Ausstellungsraum unter der Quadriga und zu zwei seitlichen Terrassen. Auf der Esplanade startet zudem der jährliche 20-km-Lauf von Brüssel.
Die Säulen folgen dem Verlauf der Avenue de Tervueren, die einst in drei Fahrbahnen mit doppelten Baumreihen geteilt war. Am Fuß der Pfeiler stehen acht sitzende Statuen der belgischen Provinzen; Brabant wird stattdessen durch die Quadriga dargestellt. Zwölf Zwickel zeigen Allegorien der Künste und der Industrie.
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