Africa Palace, Neoklassizistischer Palast in Tervuren, Belgien
Der Afrika-Palast ist ein neoklassizistischer Bau am Ende der Avenue des Palais in Tervuren, 400 Meter westlich des Königlichen Museums für Zentralafrika. Sein siebenachsiger Mittelbau hat einen vorspringenden Portikus mit kolossalen ionischen Säulen und einem Dreiecksgiebel, flankiert von zwei quadratischen Seitenflügeln mit je drei Achsen. Die Fassaden verbinden blauen und weißen Stein, und eine Treppe mit ägyptischen Sphingen führt zu einer gepflasterten Esplanade.
Der Palast der Kolonien wurde 1897 im Auftrag von König Leopold II. nach Plänen von Alfred-Philibert Aldrophe an der Stelle des 1879 niedergebrannten Pavillons Wilhelms von Oranien errichtet. Er beherbergte die Kolonialabteilung der Internationalen Ausstellung von 1897 mit vier Abteilungen ethnografischer Objekte, ausgestopfter Tiere und kongolesischer Exportgüter. Der Erfolg führte 1898 zum dauerhaften Museum des Kongo; 1910 zog das Museum in Charles Giraults größeren Bau um, und der Palast wurde 2018 in Afrikapalast umbenannt.
Der Hauptsaal des Palastes, der Saal der Großen Kulturen, enthielt eine hölzerne Art-nouveau-Konstruktion aus Bilinga-Holz, die der Dekorateur Georges Hobé als Anspielung auf einen kongolesischen Wald entwarf. Die Kolonialausstellung von 1897 zeigte ethnografische Objekte, ausgestopfte Tiere und kongolesische Exportgüter wie Kaffee, Kakao und Tabak. In den von Élie Lainé gestalteten Gärten lebten 60 Kongolesen für die Dauer der Ausstellung in einem nachgebauten afrikanischen Dorf; sieben von ihnen starben dort.
Der Palast liegt am Ende der Avenue de Tervueren und der Avenue des Palais, rund 400 Meter westlich des Königlichen Museums für Zentralafrika, zu dem er gehört. Er ist kein Museum: Er beherbergt Büros, Depots, Unterrichtsräume und einen Empfangssaal, es gibt also keinen Ausstellungsrundgang. Man erreicht ihn zu Fuß durch den Park von Tervueren; die von Sphingen gesäumte Treppe und der gepflasterte Vorplatz liegen im Freien.
Der Palast steht auf dem Grundstück eines früheren, von Wilhelm von Oranien errichteten Pavillons. Charlotte von Belgien, Schwester Leopolds II. und Witwe Kaiser Maximilians von Mexiko, wohnte dort bis zum Brand von 1879. An dieser Stelle entstand für die Ausstellung von 1897 der Afrikapalast.
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