Bernissart fossil site, Paläontologische Fundstätte in Bernissart, Belgien
Die Bernissart-Fundstelle ist eine paläontologische Lokalität im Steinkohlenbergwerk Sainte-Barbe bei Bernissart, Belgien. Ihre Verfüllung, der Cran aux Iguanodons, lieferte mindestens 43 Exemplare von Iguanodon bernissartensis: 25 nahezu vollständige und 18 unvollständige Skelette, etwa 126 bis 125 Millionen Jahre alt. Das montierte Skelett zeigt eine lange gekrümmte Wirbelsäule, einen großen Brustkorb, einen Schädel oben links, zwei kräftige Hinterbeine mit breiten Füßen auf hellem Fliesenboden und zwei kürzere Vorderbeine mit Krallen, mit Metallstäben und Drähten vor dunkel gerahmten Glasscheiben.
Am 28. Februar 1878 stießen die Bergleute Jules Cretteur und Alphonse Blanchard 322 Meter tief in Schacht 3 der Sainte-Barbe-Zeche auf einen tongefüllten Erdfall, den Cran aux Iguanodons. Sie hielten die schwarzen Knochen für versteinertes Holz, bis der Grubenarzt Lhoir sie als Fossilien erkannte. Louis Dollo beschrieb später 25 fast vollständige Skelette von Iguanodon bernissartensis.
Der Abraum wurde über Tage gesiebt, und die Knochen gelangten über den Geologen François-Léopold Cornet nach Brüssel, zu dem die Mine am 7. April 1878 Léon Latinis schickte. Louis Dollo beschrieb danach Iguanodon bernissartensis anhand dieses Materials. Der Name der Mine, Sainte-Barbe, haftet bis heute an der Tonformation, die die Fossilien enthält.
Das Bergwerk selbst ist heute nicht für Besucher zugänglich, da es geflutet ist und die Stätte unter Wasser liegt. Die ausgegrabenen Skelette und Knochen können stattdessen im Museum in Brüssel besichtigt werden, wo sie dauerhaft ausgestellt sind.
Das Besondere an diesem Fund ist, dass so viele vollständige Skelette an einem Ort zusammengekommen waren, was Fragen darüber aufwirft, wie und warum diese Tiere alle zur selben Zeit starben. Wissenschaftler versuchen immer noch, das Geheimnis dieser mysteriösen Ansammlung zu lösen.
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