Hemis Monastery, Tibetisches buddhistisches Kloster im Bezirk Leh, Indien
Hemis ist ein weiß getünchtes Gompa der Drukpa-Linie auf einer erhöhten Plattform über dem Indus, 45 km von Leh entfernt. Rote Querbänder gliedern die Fassade, deren hohe Fenster dunkelbraune Holzrahmen mit orangen und blauen Umrandungen haben; gemusterte blaue und gelbe Behänge beschatten die Fensterreihen. Zwei kleine Erker mit rotem Rand sitzen über einer schwarzen Tafel mit einem weißen achtstrahligen Rad, und ein grauer Steinmonument davor trägt die Aufschrift „HEMIS MONASTERY".
Das Kloster Hemis bestand bereits vor dem 11. Jahrhundert; die tibetischen Meister Naropa, Tilopa und der Übersetzer Marpa sollen mit ihm verbunden gewesen sein. Im 17. Jahrhundert richtete der ladakhische König Sengge Namgyal das Gompa der Drukpa-Linie wieder ein. 1894 behauptete der russische Journalist Nicolas Notovitch, in seiner Bibliothek werde ein Leben des heiligen Issa aufbewahrt, eine von Historikern als Fälschung eingestufte Geschichte.
Das Hemis-Festival, auch Hemis tshe-bcu genannt, ehrt Padmasambhava, der der Überlieferung nach am zehnten Tag des fünften tibetischen Monats geboren wurde. Mönche führen Chams-Maskentänze im Hof vor dem Haupttor auf, zwischen zwei erhöhten quadratischen Plattformen von drei Fuß Höhe mit einem heiligen Mast in der Mitte. Musiker spielen vier Paar Zimbeln, große Trommeln, kleine Trompeten und große Blasinstrumente.
Das Kloster-Museum zeigt religiöse Artefakte, Statuen und alte Thangka-Gemälde, wobei Rundgänge mit ansässigen Mönchen verfügbar sind. Besucher sollten bequeme Schuhe tragen und Zeit für die steile Topographie einplanen.
1894 behauptete der russische Journalist Nicolas Notovitch, in der Bibliothek von Hemis werde ein Leben Jesu, das Leben des heiligen Issa, aufbewahrt und sei ihm von Mönchen gezeigt worden, während er sich von einem Beinbruch erholte; Historiker halten die Geschichte heute für eine Fälschung. Swami Abhedananda gab später an, 1921 dieselbe Handschrift gelesen zu haben, und nach seinem Tod erklärten Mönche einem Schüler, die Dokumente seien verschwunden.
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