Radonezh, Dorf in Sergiewo-Posadski rajon, Russland
Radonezh ist ein kleines Dorf im Moskauer Gebiet, unweit von Sergiev Posad, mit wenigen Straßen, alten Holzhäusern und Gärten inmitten dichten Waldes. Auf einem Hügel über dem Dorf steht die Verklärungskirche, während am Ufer des Flusses Paja noch Reste alter Erdwälle sichtbar sind.
Das Dorf soll im 11. Jahrhundert von einem Fürsten namens Radoneg gegründet worden sein, der dort eine Festung errichtete. Im Mittelalter war es ein belebter Handelsplatz und religiöses Zentrum, verlor aber nach dem Eingreifen Iwans III. an Bedeutung und wurde schließlich vor allem als Ort des geistlichen Lebens bekannt.
Der Name Radonezh geht auf einen frühen slawischen Fürsten oder möglicherweise auf eine heidnische Gottheit zurück, und diese Mehrdeutigkeit ist bis heute Teil der Identität des Ortes. Die Kirche auf dem Hügel und das Denkmal davor sind die beiden sichtbarsten Zeichen dafür, wie tief das religiöse Erbe hier im Alltag verwurzelt ist.
Das Dorf liegt etwa eine Stunde von Moskau entfernt in Richtung Jaroslawl und ist mit dem Auto, dem Bus oder zu Fuß vom nächsten Bahnhof aus erreichbar. Ein Besuch lohnt sich am meisten in den wärmeren Monaten, wenn die Wege gut begehbar sind und der Wald rund um die Erdwälle erkundet werden kann.
Eine kleine Kapelle im Dorf wurde 2013 in Einzelteilen aus Griechenland herbeigebracht und vor Ort zusammengebaut, sodass südeuropäische Architektur in der nordrussischen Landschaft steht. Ihr Inneres ist mit alten Fresken geschmückt, die sie von allem anderen im Dorf deutlich unterscheiden.
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