Pruitt-Igoe, Öffentlicher Wohnungsbau in St. Louis, USA
Pruitt–Igoe war ein Wohnkomplex aus 33 identischen Gebäuden im Norden von St. Louis, die jeweils elf Stockwerke hoch waren und Aufzüge hatten, die nur an bestimmten Etagen hielten. Die Anlage erstreckte sich über mehrere Stadtblöcke in einer Gegend, die heute teils Wald und teils öffentlichen Schulbauten gewidmet ist.
Die Bundesregierung finanzierte das Projekt nach dem Wohnungsbaugesetz von 1949 und eröffnete die ersten Gebäude 1954. Strukturelle Probleme führten zum raschen Verfall, sodass die Stadt bereits 1972 mit den Abrissarbeiten begann und 1976 das letzte Gebäude niederlegte.
Der Name des Projekts vereinte William Pruitt, einen afroamerikanischen Kampfpiloten, und John Igoe, einen Kongressabgeordneten. Die öffentliche Wahrnehmung machte das Gelände zum Symbol für den Zerfall sozial geplanter Nachbarschaften, auch wenn Bewohner oft über nachbarschaftlichen Zusammenhalt berichteten.
Der nördliche Bereich des ehemaligen Areals beherbergt heute zwei öffentliche Schulen der Stadt. Der südliche Abschnitt bleibt unentwickelt und zeigt natürlich nachwachsendes Grün mit Sträuchern und jungen Bäumen, was einen Kontrast zu den umliegenden Wohngegenden bildet.
Die Fernsehaufnahmen des Abrisses 1972 gelangten weltweit in Nachrichtensendungen und wurden zu einem oft genutzten Archivbild für Debatten über Stadtplanung. Manche Architekten nannten das Ende dieses Projekts den symbolischen Todestag der modernen Architektur.
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