Chappaquiddickvorfall, Politischer Skandal in den Vereinigten Staaten
Der Chappaquiddick-Vorfall war ein tödlicher Autounfall auf Chappaquiddick Island, einer kleinen Insel vor der Küste von Martha's Vineyard im US-Bundesstaat Massachusetts, der sich im Juli 1969 ereignete. Senator Edward M. Kennedy war beim Unfall am Steuer; seine Beifahrerin Mary Jo Kopechne kam dabei ums Leben, als das Fahrzeug von einer Brücke in einen Teich stürzte.
In der Nacht des Unfalls verließ Kennedy die Unfallstelle und meldete den Vorfall erst am nächsten Morgen der Polizei, was landesweit für Empörung sorgte. Er bekannte sich schuldig wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und erhielt eine Bewährungsstrafe; die genauen Umstände des Abends wurden jedoch nie vollständig geklärt.
Der Vorfall wird in den USA oft als Beispiel dafür genannt, wie ein politisches Ereignis das Vertrauen der Öffentlichkeit in gewählte Vertreter erschüttern kann. Bücher, Filme und Dokumentationen greifen ihn bis heute auf, weil die Fragen, die er aufwirft, nie vollständig beantwortet wurden.
Chappaquiddick Island ist über eine kurze Fährverbindung von Edgartown auf Martha's Vineyard erreichbar. Die Brücke, an der sich der Unfall ereignete, ist heute ein Ort, den manche Besucher gezielt aufsuchen, obwohl es vor Ort keine offizielle Gedenkstätte gibt.
Kennedy hielt kurz nach dem Unfall eine Fernsehansprache an die Nation, in der er andeutete, er habe erwogen, sein Mandat niederzulegen, und die Öffentlichkeit um ihr Urteil bat. Dieses ungewöhnliche Vorgehen war in der amerikanischen Politik bis dahin ohne Beispiel und ist bis heute Gegenstand von Diskussionen.
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