Zeche Hasard, Geschütztes Industriebergwerk in Cheratte, Belgien
Die Hasard de Cheratte ist eine ehemalige Kohlemine in der Nähe von Visé mit vier verschiedenen Schachtsystemen, deren Türme sowohl Elemente aus mittelalterlicher als auch moderner Betonarchitektur zeigen. Die Gebäude stammen aus unterschiedlichen Bauphasen und dokumentieren die Entwicklung der Bergbautechnik über etwa 130 Jahre.
Der erste Schacht wurde 1850 zur Gewinnung von Dickkohle eröffnet und funktionierte bis 1877, bevor die Anlage 1907 wieder in Betrieb genommen wurde. Die Produktion lief kontinuierlich bis zur endgültigen Schließung 1977, was eine operative Geschichte von insgesamt etwa 100 Jahren produktiver Bergbautätigkeit ergibt.
Der Komplex entstand als Unternehmerstadt mit etwa 200 Häusern ab 1925, wo Arbeiter in modernen Unterkünften mit Gärten lebten. Die Anordnung folgte keinem starren geometrischen Plan, sondern orientierte sich an der natürlichen Landschaft.
Das Gelände durchlief 2017 teilweise Abriss und Sanierungsarbeiten, wobei mehrere Strukturen Schutzstatus unter wallonischen Denkmalschutzgesetzen erhielten. Besucher sollten mit unebenem Gelände rechnen und sich auf die Außenansicht der Gebäude konzentrieren, da Sicherheitsbestimmungen den Zugang zu bestimmten Bereichen einschränken.
Die Anlage war Heimat von Belgiens erstem Fördergerüstsystem, das innovative Extraktionsmechaniken mit Gleichstrommotoren nach Vorbild von Thomas Edison nutzte. Diese frühe Elektrifizierung machte die Mine zu einer Pilotanlage für moderne Bergbautechnik in der Region.
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