Sonagachi, Rotlichtviertel in Nord-Kolkata, Indien.
Sonagachi ist ein Viertel im Norden von Kalkutta, wo mehrstöckige Häuser entlang verzweigter Gassen stehen und zahlreiche Frauen in der Sexarbeit tätig sind. Die Umgebung verbindet Wohnräume mit kleinen Geschäften, Teestuben und Märkten, die das alltägliche Leben der Anwohner prägen.
Während der Kolonialzeit ließen sich hier Frauen nieder, die mit britischen Soldaten und Händlern lebten, nachdem diese ohne Begleiterinnen aus England ankamen. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs das Viertel zu einem dicht bewohnten Zentrum, das bis heute durch Migration und städtische Armut geprägt bleibt.
Lokale Organisationen organisieren regelmäßig Gesundheitsprogramme und Bildungsangebote für Frauen, die in den Gassen arbeiten und leben. Diese Initiativen haben dazu beigetragen, dass Bewohnerinnen ihre Stimme erheben und ihre Rechte einfordern können, was im Alltag durch kleine Versammlungen und Gruppentreffen sichtbar wird.
Das Viertel liegt nahe der Kreuzung von Jatindra Mohan Avenue und Beadon Street, etwa einen Kilometer nördlich des Marble Palace. Besucher sollten sich diskret verhalten und die Privatsphäre der Bewohner respektieren, da es sich um einen bewohnten und funktionierenden Teil der Stadt handelt.
Der Name leitet sich von den bengalischen Wörtern Sona Gachi ab, was Baum des Goldes bedeutet und mit einer historischen Figur namens Sanaullah verbunden ist. Außerdem fand hier 1999 die erste internationale Konferenz von Sexarbeiterinnen statt, die Aufmerksamkeit auf ihre Rechte und Arbeitsbedingungen lenkte.
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