Kamathipura, Historisches Viertel in Mumbai, Indien
Kamathipura ist ein Wohnviertel im Süden von Mumbai mit engen Gassen und dicht gedrängten Gebäuden aus mehreren Stockwerken. Das Gebiet besteht aus vierzehn parallelen Straßen, die sich zwischen zwei Hauptverkehrsadern erstrecken und nach geografischen Herkunftsregionen ihrer Bewohner aufgeteilt sind.
Die Gegend entstand um das Ende des 18. Jahrhunderts, als die Britische Ostindien-Kompanie versumpftes Land in der Nähe des wachsenden Hafens von Bombay für Siedlungen trockenlegte. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Viertel zu einem Zentrum für Arbeiter und Migranten aus verschiedenen Teilen Indiens.
Verschiedene Gemeinschaften aus Gujarat, Rajasthan, Maharashtra und Bengalen pflegen ihre Bräuche in fest abgegrenzten Bereichen der Gegend. Religiöse Feste und Rituale werden in den Straßen und kleinen Tempeln mit Praktiken gefeiert, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Das Viertel liegt in Fußnähe von mehreren Bahnhöfen und ist über öffentliche Verkehrsmittel aus dem zentralen Mumbai erreichbar. Besucher sollten bedenken, dass die Straßen eng sind und die Gegend ein funktionierendes Wohngebiet bleibt, in dem Diskretion und Rücksicht gegenüber den Anwohnern wichtig sind.
Rund zweihundert Frauen im Viertel arbeiten in kleinen Werkstätten, wo sie Beedi von Hand rollen, eine traditionelle indische Zigarettenart aus Tendu-Blättern. Diese Heimarbeit ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der lokalen Wirtschaft und wird meist innerhalb der Familie weitergegeben.
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