Turnertempel, Jüdische Synagoge in der Turnergasse, Wien, Österreich
Die Synagoge Turnergasse war eine Kultstätte im 15. Bezirk Wiens mit Platz für etwa 800 Besucher und orientierte sich an italienischer Renaissancearchitektur. Das Gebäude befand sich an der Turnergasse 22 und war ein wichtiger Versammlungsort für die jüdische Gemeinde der Region.
Das Gebäude wurde 1871 erbaut und diente für sieben Jahrzehnte als religiöser Mittelpunkt der Gemeinde. Im November 1938 wurde es während des Pogroms zerstört, einer von 92 Synagogen in Wien, die nicht erhalten blieben.
Maria Altmann, die Erbin der Gemälde von Gustav Klimt, feierte ihre Hochzeitszeremonie in dieser Synagoge vor ihrer Zerstörung.
Der ehemalige Standort ist heute durch eine Gedenktafel von 1988 gekennzeichnet und liegt in einem bewohnten Wohnviertel des 15. Bezirks. Das Gelände selbst ist nicht öffentlich zugänglich, aber die Tafel kann von der Straße aus besichtigt werden.
Nach der Zerstörung blieb das Grundstück des Synagogengebäudes lange ungenutzt, während auf dem benachbarten Gemeindehaus zwischen 1976 und 1979 Wohnbauten entstanden. Diese räumliche Asymmetrie ist bis heute sichtbar und erinnert an die unvollständige Wiederherstellung jüdischen Lebens in der Stadt.
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