Wildkirchli mit Kapelle St. Michael, Höhlen- und Kapellenkomplex in Schwende, Schweiz
Wildkirchli ist ein Höhlen- und Kapellenkomplex im Fels bei Schwende im Kanton Appenzell Innerrhoden in der Schweiz. Die Anlage besteht aus drei miteinander verbundenen Höhlen, von denen eine als Kapelle genutzt wird und die anderen archäologische Funde und Spuren früherer Bewohner beherbergen.
Die Höhle war bereits in der Altsteinzeit bewohnt, wie Ausgrabungen zwischen 1903 und 1908 zeigten, bei denen Feuersteinwerkzeuge und Knochen gefunden wurden, die auf den Neandertaler hindeuten. Im Jahr 1657 richtete der Pfarrer Paulus Ulmann in der Altarhöhle eine Kapelle ein, und kurz darauf siedelten sich Eremiten in der benachbarten Höhle an.
Der Name Wildkirchli bedeutet so viel wie 'wilde Kirche' und beschreibt eine Kapelle, die direkt in den Fels gehauen wurde. Wer sie betritt, steht in einem echten Höhlenraum, in dem ein Altar aufgestellt ist und das Licht nur durch die Felsenöffnung hereinfällt.
Das Wildkirchli ist von Wasserauen aus mit einer Seilbahn nach Ebenalp und einem anschließenden Abstieg zu Fuß erreichbar. Der Weg hinunter zu den Höhlen ist steil und bei Nässe oder Eis rutschig, weshalb festes Schuhwerk empfohlen wird.
Zwischen 1658 und 1853 lebten Eremiten dauerhaft in der Unteren Höhle, die heute als Museum genutzt wird und Fundstücke aus dieser Zeit zeigt. Die letzte Einsiedlerin verließ die Höhle erst 1853, als die Räume in das benachbarte Wirtshaus Aescher integriert wurden.
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