Weiyang Palace, Kaiserlicher Palastkomplex in Chang'an, China
Der Weiyang-Palast ist die ummauerte Kaiserresidenz des Han-Chang'an, errichtet 200 bis 198 v. Chr. unter Kanzler Xiao He. Die Stampflehm-Mauer ist 8.800 Meter lang und umschließt ein fast quadratisches Areal von etwa 2.150 auf 2.250 Metern. Im Zentrum steigt die Plattform der Vorderen Halle in drei Stufen auf dem Longshou-Hügel an; das Fundament der Jiaofang-Halle liegt 360 Meter nördlich, die Pavillons Shiqu und Tianlu im Nordwesten.
Der Palast wurde um 200 v.Chr. unter Kaiser Gaozu gegründet und diente der Han-Dynastie über Hunderte von Jahren als Regierungssitz. Nach dem Fall der Han-Dynastie wurde die Stätte aufgegeben und ist heute ein archäologisches Denkmal.
Der Name Weiyang bedeutet „noch nicht zur Hälfte gelangt“; zusammen mit dem zwei Jahre früher erbauten Changle-Palast gelesen: „Das immerwährende Glück hat seine Mitte noch nicht erreicht.“ Die Jiaofang-Halle hieß so wegen Pfeffer im Wandmörtel, der warme, duftende Räume schuf. Auf dem Gelände der Amtsgebäude fand man über 50.000 beschriftete Rinderknochen-Stäbchen von 6,8 bis 7,2 cm Länge, Verzeichnisse der an den Palast gelieferten Güter.
Besucher sollten bequeme Schuhe tragen, da das Gelände weitläufig ist und viel zu Fuß erkundet werden muss. Die beste Zeit zum Besuch ist in den kühleren Monaten, und es ist hilfreich, die Ausstellungstafeln zu lesen, um die ehemaligen Strukturen zu verstehen.
Die in Weiyang gefundenen Holzstäbchen sind keine Verwaltungsakten, sondern ein feuergebräunter Satz medizinischer Texte; auf einem steht „Feng Zongshan nüfang“ (Frauenrezepte des Feng Zongshan). Daneben verzeichneten über 50.000 beschriftete Rinderknochenplättchen von 6,8 bis 7,2 cm Länge die ans Palast gelieferten Güter.
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