Herkulesbrunnen, Renaissancebrunnen in Augsburg, Deutschland
Der Herkulesbrunnen steht in der Augsburger Maximilianstraße als dreiseitige Anlage. Seine drei Meter hohe Bronzegruppe von Adriaen de Vries zeigt den bärtigen, nackten Herkules mit Siegerbinde in den krausen Haaren, der eine Flammenkeule über die siebenköpfige, geschuppte und geflügelte Hydra hält. Darunter sitzen drei Najaden auf dem Vorsprung des unteren Pfeilerblocks, und drei bärtige Meeresgötter mit Muscheln und Fischen ragen neben geflügelten Putten, die Gänse halten, aus dem Wasser.
Adriaen de Vries modellierte den Brunnen 1597 bis 1600; Wolfgang Neidhardt goss ihn in Augsburg, 1602 wurde er auf dem Weinmarkt vor dem Siegelhaus und den Fuggerhäusern aufgestellt. Bis 1809 stand südlich ein Gebäudezug, dessen Fassade zum Siegelhaus ausgerichtet war; mit dem Abbruch verlor der Brunnen seine ursprüngliche Verankerung. 1828 erhielten die Herkulesstatue und die Säule eine verstärkte Stütze.
Die Brunnenanlage zeigt vergoldete Bronzeornamente mit Szenen aus der römischen Mythologie, die für die Bürger damals die Verbindung zwischen ihrer Stadt und der antiken Welt symbolisierten. Diese Darstellungen spiegeln den Wohlstand Augsburgs zur Renaissance wider und prägen bis heute das Erscheinungsbild des Platzes.
Der Brunnen steht mitten in der Maximilianstraße vor dem Siegelhaus und den Fuggerhäusern und ist jederzeit im offenen Straßenraum zu sehen. Seit dem Abbruch der Gebäudezeile im Jahr 1809, die bis zum Ulrichsplatz reichte und zur Fassade des Siegelhauses ausgerichtet war, steht er frei. Alle Bronzefiguren befinden sich noch am Brunnen selbst.
Die Figur des Helden hält eine ungewöhnliche Waffe in Form einer brennenden Keule, die in der Kunstgeschichte jener Zeit selten dargestellt wurde. Zusätzlich sind diverse Wasserwesen und Wasservögel in das Gesamtbild integriert, die das Element Wasser spielerisch darstellen.
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