Nördlinger Ries, Einschlagkrater in Bayern, Deutschland
Der Nördlinger Ries ist ein kreisförmiger Einschlagskrater im Norden Bayerns, dessen innere Fläche etwa 24 Kilometer im Durchmesser misst und rund 150 Meter tiefer liegt als die umliegenden Höhen. Der Kraterrand ist heute teilweise bewachsen und lässt sich im Gelände an sanften Erhebungen und abfallenden Hängen erkennen, die das flachere Becken von der Umgebung trennen.
Der Einschlag ereignete sich vor 14,8 Millionen Jahren während des mittleren Miozäns, als ein Asteroid auf die Erdoberfläche traf und schlagartig das Gestein im Umkreis veränderte. Erst 1960 erkannten Forscher durch den Fund von Coesit-Mineralen die wahre Entstehungsgeschichte und widerlegten damit ältere Theorien über einen vulkanischen Ursprung.
Der Name Ries leitet sich von Raetia ab, der römischen Provinz, die man hier von Westen kommend betrat. Die Identität des Kraters wurde 1960 geklärt, als Eugene Shoemaker und Edward C. T. Chao Coesit im Suevit aus dem Steinbruch Otting fanden; Shoemaker hatte bereits die St.-Georgs-Kirche in Nördlingen ermutigt, die aus lokalem Suevit erbaut ist.
Der Kraterrand ist nur aus der Luft deutlich zu erkennen; vom Boden aus erscheint er als bewaldete Hügelkette am Horizont, sodass der flache Beckenboden die beste Orientierung bietet. Die Wörnitz durchquert den Kessel von Nord nach Süd in zahlreichen Mäandern, am Südrand mündet die Eger in sie. Nördlingen liegt etwa 6 km südwestlich des Zentrums.
Der Aufprall verwandelte Graphit im Gestein in mikroskopisch kleine Diamanten, die heute noch in historischen Bauwerken der Umgebung eingeschlossen sind. Schätzungen gehen von etwa 72.000 Tonnen dieser winzigen Kristalle aus, die sich damals bildeten und seither in Mauern und Fundamenten verteilt liegen.
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