Barfüßerkirche, Kirchengebäude in Augsburg, Deutschland.
Die Barfüßerkirche ist eine hohe, turmlose Kirche aus graubraunem Backstein im Augsburger Lechviertel. Ihr steiles Walmdach aus rotbraunen Ziegeln hat nahe dem First eine kleine quadratische Öffnung. Die Fassade zeigt oben zwei rundbogige Öffnungen, darunter ein sehr hohes zentrales Bogenfenster und zu Straßenhöhe eine niedrige Arkade aus dunklem Backstein mit rechteckigen Öffnungen. Schlanke Strebepfeiler gliedern die Seitenwand.
Die 1221 nach Deutschland entsandten Franziskaner erreichten im Oktober Augsburg und errichteten hier 1243 eine kleine Kirche. Ein Brand vernichtete 1398 den romanischen Nachfolgebau von 1265; von 1407 bis 1411 wurde die Kirche auf den alten Grundmauern als gotische Basilika wiederaufgebaut und am 23. August 1411 geweiht. Nach dem Weggang der Brüder wurde sie 1535 das erste evangelische Gotteshaus Augsburgs; die britischen Luftangriffe vom 25. auf den 26. Februar 1944 ließen nur den gemauerten Chor stehen, 1949 wurde an Palmsonntag wieder Gottesdienst gefeiert.
Die Barfüßerkirche ist die Taufkirche Bertolt Brechts. Ihren Namen verdankt sie den Franziskanern, den „Barfüßern“, die sie erbauten. Das Chorgitter von 1760 und das Christuskind von Georg Petel wurden 1944 vor den Flammen gerettet und später wieder in die Kirche eingefügt.
Die Kirche steht im Augsburger Lechviertel neben dem einstigen Standort des Barfüßertors. Das hintere Kirchenschiff wurde nach 1944 nicht wieder aufgebaut; an seiner Stelle ist ein begrünter Innenhof öffentlich zugänglich. Der erhaltene Chor birgt das restaurierte Chorgitter von 1760 und das Christuskind von Georg Petel.
Die Kirche ist die Taufkirche von Bertolt Brecht. 2013 wurde ein Teil des seit 1944 verschollenen Barfüßer-Archivs durch Zufall in einem alten Schrank auf dem Dachboden wiederentdeckt.
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