Manderscheider Burgen, Mittelalterliche Burgruinen in Manderscheid, Deutschland.
Die Manderscheider Burgen sind zwei getrennte Ruinen über dem Liesertal: die Oberburg auf einem abgeflachten Berggipfel und die Niederburg auf einem Felsen unterhalb, getrennt durch den Fluss. Die Oberburg hat eine dreieckige Außenmauer und einen wieder begehbaren fünfstöckigen Bergfried mit Blick auf Niederburg, Stadt und Tal.
Die Manderscheider Burgen sind erstmals in der Fehde von 1141 bis 1146 zwischen Graf Heinrich dem Blinden von Namur-Luxemburg und Erzbischof Albero von Trier um die Abtei St. Maximin fassbar; die Edelfreien von Manderscheid erscheinen 1142 als Zeugen. Die Oberburg gehörte Kurtrier und wurde 1673 von französischen Truppen zerstört. Die Niederburg war Stammsitz der Herren von Manderscheid, überstand 1346–1348 die Belagerung durch Kurfürst Balduin und ging 1457 an die Linie Manderscheid-Blankenheim.
Der Name Manderscheid erscheint erstmals 973 in einer Schenkungsurkunde Ottos II. an den Erzbischof von Trier, doch die Burgen sind erst während der Fehde um die Abtei St. Maximin (1141–1146) belegt. Die Niederburg war Stammsitz der Herren von Manderscheid, die als Vögte der Abtei Echternach regierten; nach 1457 teilte sich das Geschlecht in die Linien Kail, Schleiden und Blankenheim. Am letzten Augustwochenende lockt ein Mittelalterfest auf Burg und Turnierwiese etwa 15.000 Besucher an.
Der beste Zugang zu beiden Ruinen erfolgt zu Fuß über Wanderwege, die von Manderscheid aus starten und zu den Bergspitzen führen. Die Wege sind ganzjährig begehbar, aber die Sommermonate bieten bessere Bedingungen und möglicherweise Führungen an den Ruinen selbst.
Die Niederburg wurde von 1346 bis 1348 von Truppen des Kurfürsten Balduin von Trier belagert, aber nie eingenommen. Die Oberburg dagegen wurde 1673 von französischen Truppen zerstört. Die beiden Ruinen zeigen damit gegensätzliche Ausgänge derselben Rivalität zwischen Trier und Luxemburg.
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