Burg Nassenfels, Mittelalterliche Burg in Nassenfels, Bayern, Deutschland
Die Burg Nassenfels ist eine rechteckige ehemalige Wasserburg, deren Ringmauer an den anderen Seiten noch bis zu fünf Meter hoch ist und der dort ein schmaler Zwinger vorgelagert ist. Drei Mauertürme und der hohe Bergfried mit steilem Satteldach haben überdauert; Palas und Pfleghaus wurden am Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen.
Nassenfels war im 2. Jahrhundert n. Chr. ein Marktort im Hinterland des Rätischen Limes, geschützt durch ein kleines römisches Kastell. Die Burg erscheint erstmals 1245 in einer Urkunde, als Graf Gebhard von Hirschberg bei ihrer Belagerung von seinem Hofnarren ermordet wurde. Die heutige Anlage geht vor allem auf Ausbauten unter den Bischöfen Konrad II. von Pfeffenhausen (1297–1305) und Friedrich IV. von Oettingen um 1400 zurück.
Bis 1804 war die Burg Sitz der Eichstätter Amtsleute und Pfleger. 1699 errichtete der Hofbaumeister Jakob Engel im Südosteck das Kastenhaus als Dienstgebäude des bischöflichen Kastners. Nach der Säkularisation diente es zwei Jahre lang als Rentamt.
Die Burg ist bewohnt und das Innere bleibt privat, doch von außen können Besucher die mittelalterliche Architektur und die Schutzmauern studieren. Man kann den Ort am besten erkunden, indem man um die Außenmauern herumgeht und die Türme von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
1982 förderten Grabungen im Burgareal Funde von 70 000 v. Chr. bis zur Keltenzeit um 2 000 v. Chr. zutage. In etwa einem Meter Tiefe stießen die Ausgräber auf ein 145 Millionen Jahre altes Korallenriff, den sogenannten Speckberg, der auch den darauf errichteten Jurahäusern ihren Namen gibt.
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