Simultankirche Gau-Odernheim, spätgotisches zweischiffiges Kirchengebäude
Die Simultankirche Gau-Odernheim ist ein gotisches Gebäude aus dem frühen 15. Jahrhundert mit zwei Schiffe, die durch eine Wand getrennt sind: eine protestantische Haupthalle und ein katholischer Chor. Das Innere zeigt typische Merkmale wie spitzbogige Fenster, Pfeilersäulen mit achteckigen Basen und mittelalterliche Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert.
Das Gebäude wurde zwischen 1415 und 1420 erbaut und ersetzt eine frühere Kirche aus römischen Zeiten; die Reliquien des heiligen Rufus waren hier seit etwa 850 ein Anziehungspunkt für Pilger. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert teilte sich die Kirche zwischen protestantischen und katholischen Gemeinden, die bis 1891 formal durch eine Wand getrennt wurden.
Die Kirche trägt den Namen eines frühchristlichen Bischofs, Saint Rufus, dessen Reliquien seit etwa 850 hier verehrt werden und das Gebäude zu einem Wallfahrtsort machten. Heute zeigt sich ihre kulturelle Rolle darin, wie Protestanten und Katholiken denselben Raum nutzen: jede Gruppe hat ihren eigenen Bereich, doch beide teilen sich Glocken, Türme und die Geschichte des Ortes.
Der Kirchenraum ist in zwei separate Bereiche unterteilt, wobei jede Konfession ihren eigenen Zugang und Bereich nutzt; Besucher können beide Teile erkunden und die mittelalterlichen Kunstwerke betrachten. Die Kirche befindet sich zentral in der kleinen Stadt und ist leicht zu Fuß erreichbar, mit gepflasterten Wegen um das Gebäude und angrenzenden Parkplätzen in der Nähe.
Die Kirche hat einen besonderen Bezug zu einem frühen Bischof namens Rufus: eine steinerne Truhe von 1418 mit geschnitztem Deckel bewahrte einst seine Reliquien auf, die Gläubige für Heilungskräfte verehrten. Diese Reliquien wurden später während kriegerischer Unruhen beschädigt oder verloren und ihre genaue Lage bleibt bis heute ein Rätsel.
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