Gertelbachfälle, Stufenwasserfall in Bühlertal, Deutschland.
Der Gertelbach fließt über eine Serie von 15 verschiedenen Felsstufen aus Granit, die zwischen 2 und 6 Meter hoch sind und durch natürliche Erosion entstanden. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch schmale Felsrinnen und bildet kleine Becken, umgeben von Moosen und Farnen, die an den feuchten Gesteinswänden wachsen.
Die geologische Formation entstand vor Millionen Jahren durch Verwitterung der unteren Buntsandsteinschicht und des Bühlertaler Granits. Erst im 20. Jahrhundert wurden systematische Wanderwege angelegt, nachdem lokale Alpenvereine die touristische Erschließung der Region vorantrieben. Die heutigen Aussichtspunkte und Pfade wurden mehrfach erneuert und an moderne Sicherheitsstandards angepasst.
Die Wasserfälle gehören zu den beliebtesten Wanderzielen im Nordschwarzwald und werden ganzjährig von Einheimischen und Touristen aufgesucht, die die naturnahen Wege durch den dichten Bergwald schätzen. Das Gebiet liegt im Naturpark und unterliegt besonderen Schutzbestimmungen für Flora und Fauna.
Ein markierter Rundweg von 2,5 Kilometern führt zu den verschiedenen Kaskaden und erfordert etwa 1,5 Stunden Gehzeit. Der Aufstieg umfasst steile Abschnitte mit festen Schuhen und ausreichender Kondition. Parkplätze befinden sich in Bühlertal, von wo aus der Zugangsweg beginnt. Nach starken Regenfällen ist die Wassermenge am eindrucksvollsten, im Spätsommer kann der Durchfluss dagegen deutlich abnehmen.
Der gesamte Höhenunterschied von 330 Metern verteilt sich auf einen relativ kurzen horizontalen Abschnitt, wobei 220 Meter davon in einem konzentrierten Bereich mit der markantesten Einzelstufe von 70 Metern liegen. Diese ungewöhnliche Steilheit innerhalb eines bewaldeten Mittelgebirgstals macht die Anlage zu einer geologischen Besonderheit in der Region.
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