Fenster des Himmels / Irrstern, Mahnmal in Osterholz, Deutschland.
Das Fenster des Himmels besteht aus zwei verbundenen Teilen: einer Videoinstallation im Foyer des Hauptgebäudes und einer drei Meter breiten Granitplatte mit Stahlelementen im Klinikpark. Die Anlage steht auf dem Gelände des Krankenhauses Bremen-Ost und wird von einem gepflegten Grünbereich umgeben.
Zwischen 1938 und 1944 wurden fast 1.000 Patienten der Bremer Nervenheilanstalt in andere Einrichtungen verlegt, von denen über 700 starben. Diese Transfers waren Teil der nationalsozialistischen Aktion T-4, die Menschen mit psychischen Erkrankungen zum Ziel hatte.
Die Videoinstallation zeigt Gesichter und verschlungene Hände von Opfern in einer Endlosschleife auf zwei nebeneinander stehenden Bildschirmen. Die Darstellung ermöglicht es Besuchern, sich Zeit für jedes Gesicht zu nehmen und die Menschlichkeit hinter den Schicksalen zu erkennen.
Der Gedenkort befindet sich auf dem Gelände des Krankenhauses Bremen-Ost und ist für Besucher zugänglich, die sich Zeit für die Installation nehmen möchten. Es wird empfohlen, bei Fußnässe oder Schnee vorsichtig zu sein, da der Grünbereich rutschig werden kann.
Der Name Irrstern, eingraviert auf der Granitplatte, stammt vom Dichter Friedrich Hölderlin, der selbst mit psychischen Herausforderungen kämpfte. Die Wahl dieses Namens verbindet die Erinnerung an die Opfer mit einem literarischen Werk über menschliches Leiden.
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