Sillamäe, Stadt in Estland
Sillamäe ist eine Stadt an der Küste der Bucht von Finnland in Nordestland, gelegen an der Mündung des Flusses Sõtke. Die Stadt wird von breiten Straßen und Gebäuden aus der Nachkriegszeit geprägt, die hauptsächlich in den 1940er Jahren erbaut wurden und die sowjetische Architektur jener Zeit widerspiegeln.
Sillamäe entstand als Dorf namens Sillamäggi im 16. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert als Kurort bekannt, wo Persönlichkeiten wie der Komponist Tschaikowsky und der Physiologe Ivan Pawlow verweilten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt als geschlossene Sowjetstadt wieder aufgebaut und diente der geheimen sowjetischen Uranproduktion bis zum Fall der Sowjetunion 1991.
Der Name Sillamäe stammt aus dem Estnischen und bedeutet Brückenhügel, ein Name mit Wurzeln im 16. Jahrhundert. Heute prägt die Stadt eine besondere Atmosphäre durch ihre breiten sowjetischen Straßen, die zum Meer hinabführen, und ihre Bewohner, die überwiegend Russisch sprechen und sowjetische Traditionen bewahren.
Die Stadt ist leicht mit dem Bus von Tallinn zu erreichen, die Fahrt dauert etwa 3 Stunden, oder mit dem Zug zur nahe gelegenen Station Vaivara, wobei die Anreise über die Autobahn 1 ebenfalls möglich ist. Parkplätze sind in der Stadt einfach zu finden, und beim Erkunden sollten Besucher beachten, dass viele Geschäfte und Beschilderungen auf Russisch sind, da über 88 Prozent der Bevölkerung Russisch spricht.
Ein großes Denkmal des Titanen Prometheus mit einem Atom in der Hand steht in der Stadt und symbolisiert Sillamäes Rolle in der sowjetischen Atomkraft. Diese Statue wurde 1987 errichtet, kurz bevor die Sowjetunion zusammenbrach, und bleibt heute als Zeugnis dieser unerwarteten historischen Verbindung bestehen.
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