Kriegsgefangenenlager Bandō, Kriegsgefangenenlager in Naruto, Japan
Das Bandō-Kriegsgefangenenlager ist eine historische Stätte in Naruto, Japan, die aus mehreren erhaltenen und nachgebildeten Holzbaracken besteht. Die Anlage umfasst auch ein Museum mit Ausstellungsräumen, in denen persönliche Gegenstände und Dokumente der deutschen Gefangenen gezeigt werden.
Die Anlage nahm 1917 rund 1000 deutsche Soldaten auf, die während des Ersten Weltkriegs im chinesischen Hafen Qingdao gefangen genommen worden waren. Das Lager blieb bis 1920 in Betrieb und war für seine vergleichsweise humane Behandlung der Gefangenen bekannt.
Die Gefangenen gründeten ein Orchester und führten klassische Musik auf, darunter die erste vollständige Aufführung von Beethovens Neunter in Japan. Diese Konzerte fanden in einem eigens errichteten Saal statt und zogen auch Besucher aus der Umgebung an.
Das Museum auf dem ehemaligen Gelände zeigt Fotografien, Dokumente und persönliche Gegenstände der deutschen Gefangenen und ist täglich von 9:30 bis 17:00 Uhr geöffnet. Ein Spaziergang über das Gelände dauert etwa eine Stunde und führt zu den wichtigsten erhaltenen Strukturen.
Die Gefangenen errichteten eine Holzbrücke nach deutschen Ingenieurtechniken, die bis heute am Ort erhalten geblieben ist. Diese Brücke zeigt die handwerklichen Fähigkeiten der Soldaten und gehört zu den wenigen baulichen Zeugnissen aus jener Zeit.
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