Bridewell Palace, Königspalast und Waisenhaus nahe Fleet Street, London, England
Bridewell Palace war eine königliche Residenz nahe der Fleet Street in London, die sich entlang des Fleet-Flusses erstreckte und mehrere Höfe sowie direkten Zugang zur Themse durch Wassertore umfasste. Die Anlage bestand aus Wohnräumen, Sälen und Wirtschaftsgebäuden, die sich über ein größeres Gelände zwischen Fluss und Straße verteilten.
Der Kardinal Thomas Wolsey erhielt das Anwesen 1510 und übertrug es später an Heinrich VIII., der es zu einer erweiterten königlichen Residenz umbaute. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Stätte schrittweise in eine Anstalt für Waisen und später in ein Gefängnis umgewandelt, bis sie im 19. Jahrhundert ganz abgerissen wurde.
Der Name verweist auf den heiligen Bridget von Kildare, deren Quelle einst nahe der Stelle des Palastes floss. Später verband man den Ort mit einem System für verlassene Kinder, bei dem Handwerker vor Ort tätige Lehrlinge ausbildeten und so ein frühen Modell der beruflichen Bildung schufen.
Der ehemalige Palaststandort befindet sich heute unter modernen Bürogebäuden, wobei ein rekonstruiertes Torhaus an der New Bridge Street 14 sichtbar ist. Man erreicht das Gelände leicht zu Fuß von der Blackfriars-Brücke oder von der Fleet Street aus, die in der Nähe verläuft.
Im Jahr 1700 stellte die Anstalt als erstes Gefängnis in England medizinisches Personal ein und setzte damit neue Maßstäbe für die Gesundheitsversorgung in Vollzugseinrichtungen. Diese frühe Betreuung zog später internationale Besucher an, die das System studierten und anderswo nachahmten.
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