Schloss Hermersberg, Jagdschloss in Niedernhall, Deutschland.
Die Anlage erhebt sich auf einem 350 Meter hohen Plateau über dem Kochertal und umfasst einen runden Treppenturm sowie mehrere Flügel, die von Feldern umgeben sind. Ein künstlicher See mit 0,9 Hektar Fläche liegt unmittelbar östlich der Gebäude. Im Süden und Westen sind Reste des ursprünglichen Grabensystems erkennbar.
Graf Georg I. von Hohenlohe ließ den runden Treppenturm zwischen 1530 und 1540 errichten. Sein Nachfolger Graf Ludwig Kasimir erweiterte den Westflügel von 1551 bis 1568. Der Ostflügel bewahrt die ursprüngliche Architektur des 15. Jahrhunderts. Unternehmer Reinhold Würth erwarb die verfallene Substanz in den 1970er Jahren.
DerWestflugeldienterden Hohenlohe-Grafen als Jagdsitz undRepräsentationsbau,wobei die architektonischen Elemente den sozialen Status des Adelsim 16. Jahrhundert widerspiegelten. Die Anlage dokumentiert die Verbindung zwischenJagdkultur und herrschaftlicher Selbstdarstellung in der Region Hohenlohe.DasGebäudeensemble zeugt von der wirtschaftlichen Bedeutung der Forstwirtschaft für das Territorium.
Das Anwesen befindet sich in Privatbesitz und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Außenansicht lässt sich von den umliegenden Feldwegen aus betrachten. Die Zufahrt erfolgt über Niedernhall, das etwa drei Kilometer entfernt liegt. Parkplätze sind im Ort vorhanden, von wo aus Wanderwege zur Anlage führen.
Nach jahrzehntelangem Verfall führte Würth umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch und wandelte die Anlage in seinen Privatwohnsitz um. Die Sanierung rettete Bausubstanz aus drei Jahrhunderten vor dem endgültigen Zusammenbruch. Heute verbindet das Gebäude mittelalterliche Grundstrukturen mit moderner Wohnnutzung unter Denkmalschutzauflagen.
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