Hollerkolonisation, Mittelalterliches Landgewinnungsgebiet in Stade und Hamburg, Deutschland
Die Hollerkolonisation bezeichnet eine mittelalterliche Kultivierungslandschaft in der Region zwischen Stade, Harburg und Hamburg, wo Marschland durch Entwässerungsgräben und Deichbau in Ackerland umgewandelt wurde. Parallele Kanäle und Deiche gliedern das flache Land noch heute in lange, schmale Parzellen.
Im 12. Jahrhundert lud der Erzbischof von Bremen niederländische Siedler ein, die sumpfigen Niederungen zwischen Hamburg und Stade zu erschließen. Diese Bewegung war Teil einer größeren Kolonisierungswelle, die die Küstenlandschaft Norddeutschlands grundlegend veränderte.
Die langen, schmalen Felder und die geraden Kanäle, die man heute noch sieht, folgen einem Muster, das die Siedler selbst entwickelt haben. Die Gemeinschaften verwalteten gemeinsam die Deiche und Wasserläufe, was das tägliche Leben in diesen Dörfern über Generationen hinweg geprägt hat.
Das Gebiet lässt sich am besten zu Fuß oder per Fahrrad erkunden, da Deichpfade und Feldwege die meisten Kanäle und Parzellen erschließen. Die Wege sind im Sommer einfacher zu begehen, da nasse Witterung einige Abschnitte schwer passierbar machen kann.
Die ursprünglichen Landparzellen wurden nach einer alten Längenmaßeinheit bemessen, die die Siedler aus den Niederlanden mitbrachten, und viele Grundstücksgrenzen folgen noch heute exakt diesem Schema. Wer auf dem Deich geht, kann diese geometrische Struktur mit eigenen Augen in der Landschaft ablesen.
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