Kleinbahn Eltville–Schlangenbad, Kleinbahn in Südhessen
Die Kleinbahn Eltville–Schlangenbad war eine schmalspurige Bahn mit einer Spurweite von 1000 mm, die zwischen der Weinstadt Eltville und dem Kurort Schlangenbad verkehrte und knapp 8 km lang war. Sie war mit kleinen Dampflokomotiven ausgestattet, die offene und geschlossene Personenwagen zog und durch Straßenzüge sowie über Landschaft mit bis zu 45 Promille Steigung führte.
Die Bahn wurde am 1. Juli 1895 eröffnet, um Besucher und Kurgäste vom Bahnhof Eltville in die Höhe nach Schlangenbad zu bringen und damit den Zugang zum Kurort zu erleichtern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Finanzproblemen stellte die Bahn 1922 den Betrieb ein, wurde 1927 von der Stadt Eltville übernommen und reaktiviert, endete aber 1933 endgültig, als Automobile und Busse den Personenverkehr übernahmen.
Der Name der Bahn verbindet zwei Orte, die beide ihre Rollen verkörpern: Eltville als Weinstadt am Rhein und Schlangenbad als Kurort in den Hügeln. Die Dampfstraßenbahn war für Einheimische und Besucher gleichermaßen sichtbar im Alltag, mit ihrem charakteristischen Pfeiff und Glockengeläut, das Fußgänger warnte, wenn sie durch Straßenzüge fuhr.
Die Strecke durchlief Eltville vom Hauptbahnhof bis zur Stadtgrenze, folgte dann zwischen den Ortschaften Straßenverläufen und Landschaftskurven. Besucher steigen heute noch auf Spuren der alten Trasse, finden einzelne Reste wie Signale oder Bahnhöfe und können die Route über Karten nachvollziehen.
Die Bahn war eine sogenannte Dampfstraßenbahn, die teilweise durch die Straßenzüge von Eltville und benachbarten Orten fuhr, nicht nur auf separaten Gleisen wie klassische Eisenbahnen. Dies machte sie zu einer ungewöhnlichen Mischung aus Straßenbahn und Gebirgsbahn, die sich alltäglichen Verkehr mit Fußgängern und Fuhrwerken teilte.
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