Burg Sion, Gotische Burgruine in Chlístovice, Tschechische Republik.
Die Burg Sion ist eine Ruine auf einem steilen Felsen über dem rechten Ufer der Vrchlice, etwa einen Kilometer östlich von Chlístovice. Sie war eine kleine dreieckige Anlage mit einer kleinen Vorburg, geschützt durch einen aufgeschütteten Erdwall, einen tiefen Graben und einen kleinen halbrunden Turm, in dem Kanonen aufgestellt werden konnten. Erhalten sind nur mit Gestrüpp bewachsene Grundmauern.
Die Burg wurde zwischen 1426 und 1427 von Jan Roháč von Dubá gegründet und diente als Hochburg während der religiösen Konflikte. Sie wurde 1437 nach einer viermonatigen Belagerung durch die Truppen von Kaiser Sigismund zerstört.
Der Name der Burg stammt vom biblischen Zion. Nach 1437 ging sie an König Sigismund und weitere Besitzer über; 1677 notierte Bohuslav Balbín, dass noch die Ringmauern standen. Unter den Osteinen wurde der Stein abgetragen, und 1870 ließ Karel Dahlberg-Ostein die letzten größeren Reste entfernen.
Das Gelände ist von Kutná Hora aus zugänglich und kann zu Fuß erreicht werden, dabei sollte man festes Schuhwerk und genügend Zeit für den Aufstieg zum Hügel einplanen. Das Schloss liegt etwas abseits der Hauptstraßen, daher ist es hilfreich, vorher die Route zu überprüfen, um den besten Zugang zu finden.
Die Burg besaß keinen eigenen Brunnen; während der Belagerung 1437 soll sich die Besatzung aus der nahen Vrchlice versorgt haben. Die Grabungen von 1962–1965 fanden rund 100 steinerne Kugeln, aber keine Spuren von Stollen oder einer Bresche in der Mauer.
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