Národní divadlo, Opernhaus in der Neustadt, Prag, Tschechische Republik
Das Nationaltheater (Národní divadlo) ist ein Neorenaissancebau von Josef Zítek an der Ecke Národní třída und Masarykovo nábřeží, dessen hellbeige Steinfassade über einer steinernen Ufermauer aufragt. Unten liegen Bogenöffnungen und ein Balkon mit Statuen, darüber Fensterreihen zwischen Halbsäulen; das dunkle, geschwungene Dach trägt ein goldenes Geländer, goldene Rundmedaillons und schlanke Spitzen, an der linken Ecke steht eine grün patinierte Dreigespann-Gruppe.
Der Grundstein wurde am 16. Mai 1868 gelegt, begleitet von der Premiere von Smetanas Dalibor; eröffnet wurde das Theater am 11. Juni 1881 mit dessen Libuše. Der Brand vom 12. August 1881 zerstörte Kupferkuppel, Zuschauerraum und Bühne, eine Sammlung brachte in 47 Tagen eine Million Gulden ein. Josef Schulz baute es wieder auf, Wiedereröffnung am 18. November 1883.
Eröffnung 1881 und Wiedereröffnung 1883 wurden beide mit Smetanas Libuše begangen, einer eigens dafür komponierten Oper. Die drei Ensembles – Oper, Ballett und Schauspiel – spielen im historischen Haus, im Ständetheater, in der Staatsoper und im Kolowrat-Theater und verbinden klassische mit modernen Werken.
Die Tickets können bis zu sechs Monate im Voraus online erworben werden, und die meisten Vorstellungen haben mehrsprachige Übertitel für internationales Publikum. Ein Besuch ist das ganze Jahr über möglich, wobei die Abendaufführungen am häufigsten stattfinden.
Die grün patinierte Bronzegruppe an der linken Dachecke ist ein Dreigespann mit drei Pferden von Bohuslav Schnirch, der auch zehn allegorische Außenskulpturen schuf; Antonín Pavel Wagner steuerte zehn weitere bei. Auch die skulptierte Giebelgruppe über dem Bühnenbogen stammt von Schnirch.
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