Kloster Sázava, Mittelalterliches Kloster in Černé Budy, Tschechische Republik
Das Kloster Sázava ist eine ehemalige Benediktinerabtei über der Sázava, mit hellen Mauern und steilen Dächern aus orange-roten Ziegeln um einen grasbewachsenen Innenhof. Links von der Kirche steht ein hoher quadratischer Turm mit dunklem Pyramidendach. Zum Komplex gehören die unvollendete dreischiffige gotische Basilika und die freigelegten Fundamente der 1070 geweihten Heilig-Kreuz-Kirche.
Der Einsiedler Prokop sammelte hier ab etwa 1009 Anhänger; Herzog Oldřich erhob die Gemeinschaft 1032 zu einem Benediktinerkloster. 1096 vertrieb Herzog Bretislav II. die Mönche und ließ ihre altkirchenslawischen Bücher vernichten, was die slawische Liturgie beendete. Ein im frühen 14. Jahrhundert begonnener gotischer Umbau wurde durch die Plünderung von 1421 während der Hussitenkriege unterbrochen.
Das Kloster wurde nach der Ankunft lateinischer Benediktiner im 11. Jahrhundert zum Ort der religiösen Umgestaltung, wobei die ursprüngliche slawische Gemeinschaft ihre Rolle verlor. Die Räume zeigen heute noch die Spuren dieser Zeit in ihren Ornamenten und der Einrichtung.
Der Besuch ist am besten an hellen Tagen zu planen, da die Wandmalereien in den Innenräumen direkt vom Tageslicht abhängen. Geführte Touren bieten tiefere Einblicke und zeigen Orte, die nicht immer zugänglich sind.
Im Kapitelsaal zeigen gotische Fresken aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts die Madonna von Sázava: Maria geht neben einem etwa fünfjährigen Jesusknaben, hält ihn an der Hand und weist ihn zurecht. Die Szene gehört zu einem marianischen Zyklus an den Wänden dieses mittelalterlichen Raums.
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