Schloss Mnichovo Hradiště, Barockschloss in Mnichovo Hradiště, Tschechische Republik
Das Schloss Mnichovo Hradiště ist eine Barockanlage, die sich neben der Jizera befindet und Stallungen, Reitschule, Kutschenhaus und Salla Terrena umfasst. Der gesamte Komplex bildet ein geschlossenes Ensemble einer Adelsfamilie mit allen Nebengebäuden, die zum Leben gehörten.
Václav Budovec ließ hier 1603–1606 ein zweiflügeliges Renaissanceschloss errichten, keine Burg. Nach seiner Hinrichtung 1621 kaufte Albrecht von Wallenstein die Herrschaft 1623 und übergab sie 1627 seinem Vetter Maximilian. Von 1697 bis 1703 baute Marcantonio Canevalle sie für Ernst Josef von Waldstein zu einer dreiflügeligen Barockresidenz um.
Die Gemäldegalerie zeigt Familienporträts der Waldsteins und Landschaftsbilder, dazu Delfter Fayence, Porzellan und Keramik aus Orient und Europa. Die Schlossbibliothek, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Duchcov begründet und 1921 hierher überführt, bewahrt 33 Wiegendrucke und 239 Manuskripte.
Das Schloss wird vom Nationalen Denkmalamt verwaltet und ist seit 1946 als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. In der ehemaligen Kapuzinerklosterkirche und der St.-Anna-Kapelle befindet sich seit 1966 ein Lapidarium mit barocken Statuen. Wallensteins sterbliche Überreste liegen in der Kapelle unter einer modernen Grabplatte, die 1933 von Karel Kolaczek geschaffen wurde.
Das Treffen von 1833 zwischen dem österreichischen Kaiser, dem russischen Zaren und dem preußischen Kronprinzen dauerte drei Wochen im September und brachte eine Vereinbarung zur Erneuerung der Heiligen Allianz hervor. Aus diesem Anlass wurde der zweigeschossige Barocksaal in ein Schlosstheater umgewandelt.
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