Welscher Hof, Ehemalige königliche Münzstätte und Palast in Kutná Hora, Tschechische Republik
Der Welsche Hof ist ein Palast mit vier Flügeln um einen unregelmäßig quadratischen Innenhof, vor 1300 von Wenzel II. als Königspalast mit Münzstätte gegründet. Über den zugemauerten Portalen der acht Münzwerkstätten sind sechs Fragmente von Stadtwappen erhalten, und die 1389 geweihte Kapelle St. Wenzel und St. Ladislaus besitzt ein Netzgewölbe auf einem Mittelpfeiler.
König Wenzel II. gründete 1300 die zentrale Münzstätte und machte sie zum wirtschaftlichen Zentrum des Königreichs. Dies führte zur Schaffung des Prager Groschen, einer Währung, die weit über die Grenzen bekannt wurde.
Der Name stammt von den italienischen Fachleuten, die für Wenzels II. Münzreform kamen. Um den Hof lagen acht Werkstätten (Schmieden) der königlichen Bergstädte, jede mit einem gehauenen Stadtwappen bezeichnet; sechs Fragmente sind erhalten, darunter Jihlava, Most und Písek. Die Prägestube hieß Preghaus.
Das Gebäude ist ganzjährig öffentlich zugänglich und zählt jährlich etwa 25.000 bis 47.000 Besucher. Zu den zugänglichen Innenräumen gehören die königliche Kapelle und der Audienzsaal; in den Kellern ist die Ausstellung „Unveiling of the mysterious face of Kutná Hora“ zu sehen.
Die Gräben, die den Hof einst von der Stadt trennten, bestehen im unteren Bereich als Keller fort; ihr Wasser schützte die Burg auch vor Bränden. Von den acht Werkstätten (Smithies) der königlichen Bergstädte am Hof sind sechs in Stein gehauene Stadtwappen erhalten.
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