Burg Šostýn, Burgruine in Kopřivnice, Tschechien.
Šostýn ist eine verfallene gotische Burg auf einem Hügel auf 442 m Höhe, 1,5 km südöstlich von Kopřivnice. Zu sehen sind die freigelegten Fundamente des Bergfrieds, die teilweise rekonstruierten Kellerräume des Palas, Reste der Eingangsbauten und anderer Gebäude, verstreutes Mauerwerk und in Fels und Boden eingearbeitete Geländestrukturen.
Wahrscheinlich zwischen 1280 und 1290 auf Wunsch von Jindřich von Hückeswagen errichtet, wird die Burg 1347 erstmals schriftlich erwähnt, als sie dem Olmützer Bischof Jan VII. gehörte. 1420 nahmen Truppen des Bischofs Jan XII. Železný sie im Streit um ihren Besitz ein und brachen sie ab; 1467 stellte Bischof Tas von Boskovice fest, sie sei verfallen und nicht reparieren zu lassen.
Der Name Šostýn geht auf das deutsche Schauenstein zurück, das in Varianten wie Schawenstein und Schowenstayn belegt ist. Die Anlage ist frei zugänglich; zu sehen sind die freigelegten Fundamente des Bergfrieds und die teilweise rekonstruierten Keller des Palas.
Die Ruine liegt 1,5 km südöstlich des Zentrums von Kopřivnice auf 442 m Meereshöhe; der Hang ist im Südwesten und Westen sehr steil, im Norden und Osten flacher, wo ein Wall an eine Hochebene mit Teich anschließt. Die Keller des Palas sind teilweise rekonstruiert, das Gelände ist frei zugänglich.
Der bedeutendste Fund der Anlage ist eine kleine Elfenbeinstatuette, die sogenannte Venus von Šostýn. Ab 1814 verwendete der Kopřivnicer Töpfer Ignác Raška das Steinmaterial der Ruine für seine Werkstatt, und binnen dreißig Jahren wurden die Mauern eingeebnet und stellenweise sogar die Fundamente abtransportiert.
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