Villa Tugendhat, Funktionalistisches Museumsgebäude im Stadtteil Černá Pole, Brno, Tschechische Republik.
Villa Tugendhat ist ein funktionalistisches Museumsgebäude im Stadtteil Černá Pole von Brünn, Tschechien, das als Welterbestätte und nationales Kulturdenkmal anerkannt ist. Der dreigeschossige Bau zeigt offene Grundrisse mit raumhohen Fenstern, eine Stahlbetontragstruktur und natürliche Materialien, darunter Wände aus marokkanischem Onyx sowie Trennwände aus Palisander und Makassar-Ebenholz.
Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich vollendeten das Wohnprojekt 1930 für Fritz und Greta Tugendhat, die 1938 das Land verließen. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebäude militärischen Zwecken, bevor es nach jahrzehntelanger wechselnder Nutzung schließlich als Museum und Kulturdenkmal restauriert wurde.
Der Name ehrt die Familie Tugendhat, für die das Haus als Wohnsitz entstand, während der Innenraum mit seiner offenen Gestaltung und der durchgehenden Verbindung zwischen Räumen die damalige Vision einer modernen Lebensweise verkörpert. Besucher sehen heute, wie die Bewohner seinerzeit auf traditionelle Wandteilungen verzichteten und stattdessen durch Materialen wie Onyx und Metall Zonen definierten.
Besucher wählen eine von drei Führungsoptionen mit 40, 60 oder 90 Minuten Dauer, wobei Voranmeldung wegen begrenzter Kapazität empfohlen wird. Die Besichtigung umfasst mehrere Stockwerke, daher ist festes Schuhwerk ratsam, und im Innenraum herrscht eine ruhige Atmosphäre, die konzentriertes Betrachten fördert.
Eine gläserne Wand kann mechanisch in den Keller abgesenkt werden, eine technische Lösung, die im Jahr 1930 für Wohnarchitektur neuartig war. Der Mechanismus erlaubt es, den Wohnraum je nach Bedarf zu öffnen oder zu schließen und zeigt die damalige Begeisterung für technische Innovation im Alltag.
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