Böhmisches Mittelgebirge, Gebirgskette in Nordböhmen, Tschechische Republik.
Das Böhmische Mittelgebirge ist ein vulkanisches Gebirge in Nordböhmen, 80 km lang und bis zu 25 km breit, überwiegend aus Basalt (73,6 %) mit trachytischen und andesitischen Gesteinen. Seine kegelförmigen Gipfel erheben sich aus einer fast ebenen Landschaft, und die Elbe durchbricht es an der Porta Bohemica, der engsten Stelle des Elbdurchbruchs.
Die Vulkankegel des Gebirges erhoben sich im Miozän, vor etwa 23 Millionen Jahren, entlang des Ohře-Rifts aus einem Sandsteinsockel. Mitte des 19. Jahrhunderts untersuchte Ferdinand von Hochstetter das Gebiet für die k.k. Geologische Reichsanstalt, Josef Emanuel Hibsch erstellte später die ersten detaillierten geologischen Karten; das Mineral Hibschit trägt seinen Namen.
Die Dörfer bilden ein dichtes Netz kleiner Siedlungen mit Volksarchitektur aus Stein, Holz und Fachwerk. Vorslawische und slawische Burgwälle sowie mittelalterliche Burgen auf den Kuppen prägen das Gebiet, und das Mineral Hibschit ist nach dem Geologen Josef Emanuel Hibsch benannt, der das Gebirge kartierte.
Die Autobahn D8 zwischen Prag und Dresden durchquert das Landschaftsschutzgebiet; ihr letzter Abschnitt durch das Böhmische Mittelgebirge wurde im Dezember 2016 eröffnet, nachdem Rechtsstreitigkeiten den Baubeginn bis Oktober 2007 verzögert hatten. Das Elbtal und die Porta Bohemica dienen als Orientierungspunkte; die Verwaltung des Schutzgebiets sitzt in Litoměřice.
Der Milešovka ist 837 m hoch, nicht 836 m, und damit der höchste Gipfel des Gebirges; die Elbe bei Děčín liegt mit 121,9 m am tiefsten Punkt, was 715,1 m Höhenunterschied ergibt. Der Gipfel erhebt sich linkselbisch im Teil Milešovské středohoří.
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