Burg Lipnice, Mittelalterliche Burgruine in der Region Vysočina, Tschechische Republik.
Lipnice nad Sázavou ist eine Burganlage auf einem erhöhten Platz über dem Sázava-Tal. Ihr ältester Teil ist ein großer Wohndonjon auf trapezförmigem Grundriss mit einer längsten Seite von 21 Metern; der ruinöse prismatische Turm am Südrand hat im Erdgeschoss Tonnengewölbe und erhaltene Konsolen, die einen Umgang trugen. Ein niedriger steinerner Trakt und ein quadratischer Turm mit flachem Pyramidendach erstrecken sich nach rechts, und weiter rechts steht ein verfallener Turm mit unebener Krone.
Raimund von Lichtenburg gründete die Burg um 1310; 1314 ist ein Burggraf belegt, die erste direkte Erwähnung stammt von 1316. Die Familie Trčka baute sie zu einer spätgotischen Residenz um, und nach der Schlacht bei Jankau 1645 nahmen schwedische Truppen die Burg ein. Ein Brand 1869 hinterließ die Ruine; 1913 begannen die Sicherungsarbeiten.
Die Kapelle des heiligen Laurentius am zweiten Hof hat einen quadratischen Grundriss und einen frühgotischen polygonalen Chor mit originalen Fenstermaßwerken, Rippengewölbe und figürlichen Konsolen. An den Wänden sind Reste eines in zwei Streifen gemalten Passionszyklus erhalten, den der Propst Pertold stiftete, der die Burg von 1338 bis 1347 verwaltete.
Der Zugang zum Turm erfolgt über Holztreppen, die je nach Jahreszeit und Wetterbedingungen möglich sind. Besucher sollten mit unebenen Wegen und einigen Unebenheiten auf dem Gelände rechnen und festes Schuhwerk tragen.
Das Burgmuseum bewahrt eine Sammlung gotischer Ofenkacheln aus mindestens sechs Öfen des mittleren 14. bis 16. Jahrhunderts. In den Kellern sind Reste eines mittelalterlichen Speisesaals, ein tiefer Brunnen und ein früheres Gefängnis erhalten.
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