Judengarten, Archäologische Stätte und jüdischer Friedhof in Neustadt, Tschechische Republik
Židovská zahrada ist ein jüdischer Friedhof in der Prager Altstadt mit eng aneinander stehenden Grabsteinen aus mehreren Jahrhunderten. Die Grabstätten liegen in mehreren Schichten übereinander, da der verfügbare Platz in der mittelalterlichen Stadt begrenzt war und viele Leichen gestapelt werden mussten.
Der Friedhof wurde 1478 angelegt und diente der jüdischen Gemeinde als Bestattungsplatz für über drei Jahrhunderte. 1787 untersagte Kaiser Joseph II die Bestattungen innerhalb der Prager Stadtmauern aus gesundheitlichen Gründen, wodurch dieser Friedhof seine Funktion verlor.
Die Grabsteine tragen hebräische Inschriften und symbolische Verzierungen, die Aufschluss über die Verstorbenen geben - ihre Namen, Berufe und Lebensdaten sind oft in die Steine gemeißelt. Diese Details erzählen von Generationen von Menschen, deren tägliches Leben, Handwerk und Familie eng mit der Gemeinde verflochten waren.
Der Friedhof liegt zwischen der Pinkas-Synagoge und der Klausen-Synagoge und ist für Besucher mit Behinderungen über einen Zugang von der Klausen-Synagoge erreichbar. Es ist ratsam, bequeme Schuhe zu tragen, da der Boden uneben ist und man zwischen den eng stehenden Grabsteinen hindurch gehen muss.
Unter den Zehntausenden Bestatteten befinden sich einige bemerkenswerte Persönlichkeiten, darunter der Rabbiner Judah Loew ben Bezalel und der Mathematiker David Gans. Diese namhaften Mitglieder der jüdischen Gemeinde hinterließen Spuren in der europäischen Wissenschaft und Kultur des Mittelalters.
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