Kalich, Burgruine auf dem Kalich bei Třebušín, Tschechien
Kalich ist eine Burgruine auf einem Felsvorsprung im Böhmischen Mittelgebirge in Tschechien, nahe dem Dorf Třebušín. Von der Anlage sind heute noch aufragende Mauerreste und Grundmauern aus Stein erhalten, die die ursprüngliche Ausdehnung der Festung erahnen lassen.
Jan Žižka gründete die Burg im Mai 1421 während der Belagerung von Litoměřice; Zikmund Děčínský von Wartenberg scheiterte dort im September. Nach Žižkas Tod 1424 ging sie an seinen Bruder Jaroslav, dann an seine Schwester Anežka. 1437 erstürmten Truppen des Oberlausitzer Sechsstädtebundes die Burg und brannten sie nieder; weitere Besitzer hielten sie bis zur Aufgabe Anfang des 16. Jahrhunderts.
Der Name der Burg stammt vom Hussitenkelch, dem Symbol des Abendmahls in beiderlei Gestalt, das der Bewegung ihren Namen gab; Jan Žižka nannte sich ab 1422 „von Kalich“. Die deutschen Quellen führen den Berg auch als Kelchberg, und das Kelchzeichen kennzeichnet die Ruine bis heute.
Die Ruine ist über Wanderwege vom Dorf Třebušín aus zu erreichen; festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da das Gelände felsig und uneben ist. Es gibt keinen asphaltierten Zugang, daher sollte man ausreichend Zeit einplanen.
Die Quellen berichten, dass 1868 ein Grundstein aus der Ruine für das Prager Nationaltheater entnommen werden sollte, was der Hauptmann des Leitmeritzer Kreises untersagte; der Stein kam nach Lounky und diente 1893 als Grabstein des Politikers Václav Kratochvíl, der die Aktion angeregt hatte.
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