Schloss Lnáře, Barockschloss in Lnáře, Tschechische Republik.
Nový zámek ist ein Barockschloss in Lnáře mit einer großzügigen Parkanlage französischen Stils, umgeben von Teichen, die das Landschaftsbild prägen. Das Gebäude beherbergt mehrere dekorierte Zimmer, eine Kapelle, einen repräsentativen Festsaal und erhaltene Wandmalereien mit mythologischen Motiven.
Aleš Ferdinand Vratislav z Mitrovic begann um 1670 neben der alten Feste einen neuen Barocksitz, starb jedoch vor dessen Fertigstellung. 1675 verkauften seine Töchter die Herrschaft für 180.000 Gulden an Humprecht Jan Černín, und Tomáš Zachariáš Černín vollendete den Bau 1683–1686 nach Plänen G. B. Madernas. Danach folgten die Familien Künigl, Swéerts-Sporck, Thun-Hohenstein und Lilgenau.
Der Name Lnáře geht auf die Herren von Lnář zurück, die einen goldenen Schlüssel auf blauem Grund im Wappen führten; der deutsche Name Schlüsselburg bedeutet „Schlüsselburg“. Im Inneren schuf der Maler Giacomo Tencalla die Deckenfresken mit mythologischen Darstellungen im Festsaal, und eine Galerie zeigt das Erbe der Adelsfamilien, die hier residierten.
Das Schloss ist seit 1999 öffentlich zugänglich; der Zugang führt über eine steinerne Brücke mit sechs Heiligenstatuen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der vierflügelige Bau umschließt einen rechteckigen Hof mit einer Neptunbrunnenanlage vom Ende des 17. Jahrhunderts; daneben liegt der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegte Garten.
Anfang der 1990er Jahre wurden im Schloss Tausende Privatisierungsprojekte genehmigt, und Mitglieder der tschechischen und slowakischen Regierung verhandelten hier über die Teilung der Tschechoslowakei. Am Ende des Zweiten Weltkriegs kapitulierte zudem General Andrei Wlassow im Schloss.
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