Mrhal, See und Kulturdenkmal in Hlincová Hora, Tschechische Republik
Der Mrhal ist ein 15 m tiefer Teich am Rudolfovský potok, aufgestaut von einem 250 m langen Erddamm mit Lehmkern und Steinmauer an der Wasserseite. Seine beiden Arme bilden die Buchten Jivenská und Hlincohorská, unter dem Auslass stürzt der Bach mehrere Meter tief herab.
Der Teich wurde ab dem 14. August 1555 von Italienern als Wasserreservoir für das Rudolfstädter Silberbergbaurevier angelegt. 1611 zerstörte passauisches Kriegsvolk den Damm, worauf er über ein Jahrhundert trockenlag. Die Stadt Budweis stellte ihn 1771 für 21.424 Gulden wieder her.
Der Teich erhielt den Namen Mörderteich, weil kurz nach seiner Fertigstellung 1555 ein Bauer auf dem Damm ermordet wurde. Der tschechische Name lautete zunächst Mrdal und wandelte sich erst im 19. Jahrhundert in Mrhal.
Der See ist heute Privatbesitz und wird von einer Fischereiunternehmung verwaltet, daher sollte man sich vor dem Besuch über die Zugangsregeln informieren. Besucher finden dort Möglichkeiten zum Fischen und Baden, je nach aktuellen Bedingungen und Genehmigungen.
Als der Teich 2018 für Reparaturen abgelassen wurde, fand man etwa 100.000 Süßwassermuscheln in vier Arten, darunter die vom Aussterben bedrohte Malermuschel. Die Umweltabteilung der Region Südböhmen stellte fest, dass solche Zahlen in Teichen seit etwa 50 Jahren nicht mehr verzeichnet worden waren.
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