Kloster Chotěšov, Mittelalterliches Kloster in Chotěšov, Tschechische Republik
Der Komplex präsentiert barocke Architektur mit zwei markanten Türmen, einem zentralen Innenhof und mehreren Gebäuden, die durch Kreuzgänge verbunden sind. Die Klosterkirche zeigt aufwendige Stuckarbeiten und Fresken aus dem 18. Jahrhundert.
Der selige Hroznata gründete das Kloster zwischen 1202 und 1210 für Prämonstratenserinnen; seine Schwester Vojslava wurde die erste Äbtissin, und Nonnen aus Doksany zogen ein. 1421 wurde der Konvent von einem hussitischen Heer unter Jan Žižka zerstört, 1618 im Dreißigjährigen Krieg erneut geplündert. Zwischen 1737 und 1756 erfolgte der barocke Umbau nach Plänen von Jakub Auguston.
Die Visitantinnen, aus Moselweiss bei Koblenz vertrieben, pachteten 1878 das Kloster und führten ein Mädchenpensionat, das für den Sprachunterricht bekannt war. Nach 1945 blieben etwa 30 tschechische Schwestern, um ein Altenheim zu leiten, bis die Armee 1950 alle Bewohner vertrieb.
Die Abtei ist öffentlich zugänglich, mit geführten und freien Rundgängen; im barocken Pavillon befindet sich ein Feuerwehrmuseum. Sie liegt auf einer Anhöhe über der Radbuza, 15 km von Pilsen entfernt (die englische Quelle nennt etwa 18 km südwestlich). 2025 wurden die Abwasserstollen unter dem Konventsgebäude ausnahmsweise für Besucher geöffnet.
Die Klosterkirche beherbergt eine seltene barocke Darstellung der Vision des heiligen Norbert von Xanten, dem Ordensgründer, die der Maler Petr Brandl im Jahr 1739 schuf und die zu seinen bedeutendsten religiösen Werken zählt.
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