Schießplatz Kobylisy, Gedenkstätte im Stadtteil Kobylisy, Prag, Tschechische Republik
Die Gedenkstätte in Kobylisy ist ein rechteckiges Areal mit Bronzeskulpturen, Namenslisten und einem Metallkreuz, umgeben von Erdwällen. Das Gelände liegt zwischen Wohngebäuden und wirkt wie ein stiller Ort des Gedenkens.
Das Gebiet war ursprünglich eine Schießanlage der Austro-Ungarn und wurde später von deutschen Besatzern als Hinrichtungsort genutzt. 1942 fanden dort Massenexekutionen statt, bevor das Areal 1978 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt wurde.
Der Name des Ortes stammt vom Dorf Kobylisy, an dessen Rand der Schießplatz 1890 angelegt wurde; die Straße Střelničná Richtung Prosek wurde 1938 nach ihm benannt. Gegenüber der Hinrichtungsstätte nennen Metalltafeln zu jedem Opfer Namen, Stunde, Tag, Monat, Jahr und vollendetes Lebensalter. Marie Pujmanová schilderte die Hinrichtungen in ihrem Roman Život proti smrti.
Das Gelände ist frei zugänglich und liegt etwa zehn Gehminuten von den U-Bahn-Stationen Kobylisy oder Ládví entfernt. Der einzige Eingang führt durch den Erdwall, in dessen Platte Verse von Miroslav Florian eingemeißelt sind. Von März 2015 bis April 2016 war der Ort wegen einer Rekonstruktion für rund 13 Millionen Kronen geschlossen.
Die kniende Bronzefigur stammt vom Bildhauer Miloš Zet, nicht von Žet. Das hölzerne Kreuz dahinter wurde im Dezember 2007 ersetzt, weil das ursprüngliche Holz verfallen war; eine vergoldete Dornenkrone markiert die Kreuzmitte.
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