St. Maria Magdalena, römisch-katholische Pfarrkirche in Karlovy Vary, Tschechische Republik
Die Kirche der Heiligen Maria Magdalena ist ein barockes Gebäude in Karlovy Vary mit charakteristischen Zwillingstürmen und einer zentralen Kuppel, die das Stadtbild prägen. Das Innere zeigt einen aufwendig gestalteten Altar aus dem 18. Jahrhundert sowie religiöse Skulpturen, die Räume wirken hell und strukturiert durch hohe Fenster.
Die Barockkirche entstand zwischen 1732 und 1736 am Platz eines gotischen Vorgängerbaus, der 1485 erstmals urkundlich erwähnt wurde, zu klein geworden war und einzustürzen drohte. Großmeister František Matěj Böhm holte den Architekten Kilián Ignác Dientzenhofer nach Karlsbad, und Kaiser Karl VI. bewilligte 1732 1.000 Dukaten und die Baugenehmigung. Der Grundstein wurde am 27. April 1733 gelegt; Polier Thomas Hansl leitete die Arbeiten, die durch heiße Quellen im Fundament behindert wurden.
Die Pfarre wird seit ihrer Gründung und wieder seit 1990 von den Kreuzherren mit dem Roten Stern betreut. 1881 ließ der Karlsbader Unternehmer Heinrich Mattoni in Innsbruck zwei Glasfenster mit der Hochzeit zu Kana und dem Letzten Abendmahl anfertigen, die in den großen Fenstern über den Emporen sitzen.
Die Kirche steht an der Kurkolonnade an der Tepl, ihre konkav geschwungene Fassade ist dem Sprudel zugewandt. Bei Exkursionen sind die unterirdischen Räume unter dem Schiff zugänglich, wohin der frühere Pfarrfriedhof nach 1784 verlegt wurde. Der Eintritt erfolgt über die elliptische Vorhalle unter den beiden Türmen.
Beim Ausheben der Fundamente stießen die Arbeiter auf heiße Quellen: Die Gräben füllten sich mit Wasser, es bildeten sich Stalaktiten, und die Dämpfe drohten die Maurer zu ersticken. Der Friedhof um die Kirche wurde 1784 aufgelassen; die Überreste kamen teils zur Andreaskirche, teils in eine Krypta und eine Ossuarnische unter dem Boden.
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