Hanička, Artilleriefort in Rokytnice v Orlických horách, Tschechien
Hanička ist ein tschechoslowakisches Artilleriefort im Orlické-Gebirge oberhalb von Rokytnice v Orlických horách. Seine sechs Kampfblöcke, darunter der Infanterieblock R-S 76 „Lom“ und der Artillerieblock R-S 79 „Na Mýtině“, sind durch unterirdische Tunnel und Kasernen verbunden. An der Oberfläche stehen massige graubraune Betonblöcke; der Eingangsblock R-S 79A wurde beim Umbau in den 1970er Jahren zerstört.
Das Fort wurde in den späten 1930er Jahren als Teil der tschechoslowakischen Grenzverteidigung errichtet, um mögliche Angriffe aus dem Norden abzuwehren. Nach dem Münchner Abkommen 1938 wurde es kampflos an die deutschen Truppen übergeben.
Der Name Hanička stammt von einem kleinen nahegelegenen Ort und wurde dem Fort als freundlicher Spitzname gegeben, was für viele Besucher überraschend wirkt. Die Anlage dient heute als Museum, in dem man durch echte Gänge und Räume läuft und sich vorstellen kann, wie die Besatzung dort ihren Alltag verbracht hat.
Das Fort kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, daher empfiehlt es sich, die Tourzeiten im Voraus zu prüfen. Da die unterirdischen Gänge ganzjährig sehr kühl sind, sollte man unbedingt eine warme Jacke mitbringen.
Zwischen 1975 und 1993 wurde die Festung heimlich zu einem modernen Atomschutzbunker umgebaut, 1993 wurden die Arbeiten aus Geldmangel eingestellt. Dabei wurde das Eingangsobjekt R-S 79A zerstört; Besucher gehen heute durch das umgebaute Eingangsobjekt und die unterirdischen Gänge.
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