Říčany, Burggruine in Říčany, Tschechische Republik
Říčany ist eine Burgruine in der gleichnamigen Stadt und zeigt Überreste von Steinmauern auf erhöhtem Gelände. Die noch sichtbaren Teile weisen gotische Merkmale auf und vermitteln einen Eindruck von der ursprünglichen Struktur dieser Festungsanlage.
Ondřej ze Všechrom, Kämmerer König Přemysl Otakars II., ließ die Burg kurz nach 1260 errichten; erstmals erwähnt wird sie 1289. Während der Hussitenkriege stellte sich Diviš z Průhonic gegen die Hussiten, und die Burg kapitulierte vor den Truppen aus Prag und Tábor unter Jan Žižka. Die Trčkové z Lípy erwarben sie in den 1480er Jahren und ließen sie nach 1516 verfallen; ein Bericht von 1544 bezeichnet sie bereits als wüst.
Die Ruine prägt das Ortsbild von Říčany und zeigt, wie wichtig solche Wehranlagen für die damalige Bevölkerung waren. Bewohner und Besucher schätzen heute den Ort als Zeugnis der mittelalterlichen Vergangenheit der Region.
Der Ort ist zu Fuß vom Bahnhof Říčany aus erreichbar und liegt im Zentrum der Stadt. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen, da die Wege uneben sind und das Gelände bergig ist.
Im Kern erhalten sind der Brunnen, die Ecke des flachgedeckten Donjons und zwei Mauern des Palas, während die Vorburg und ein Teil des Kerns von der Stadt überbaut wurden. Im zweiten Obergeschoss des Palas lag ein Saal mit drei Jochen Kreuzrippengewölbe, der durch einen Kamin beheizt wurde.
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