Kloster Dolní Ročov, Augustinerkloster in Dolní Ročov, Tschechische Republik.
Das Kloster Dolní Ročov ist ein ehemaliges Augustinerkloster im Džbán-Bergland, zwölf Kilometer südlich von Louny, im Tal des Klášterský potok. Die barocke Anlage, 1746–1750 unter Kilian Ignaz Dientzenhofer und danach durch Anselmo Lurago umgebaut, gruppiert sich um die Kirche Mariä Himmelfahrt, an deren Front ein hoher Turm steht, den Johann Blasius Santini-Aichl 1715–1718 errichtete. Neben der Kirche liegt eine Friedhofskapelle.
Das Kloster wurde 1373 von Albrecht z Kolovrat gegründet und erlebte später erhebliche Zerstörungen während der Hussitenkriege sowie bei sächsischen Angriffen im Jahr 1631. Die barocke Umgestaltung mit den neuen Türmen folgte etwa ein Jahrhundert später und markierte eine architektonische Neuausrichtung des Komplexes.
Wahrzeichen des Klosters ist die gotische Kalksteinmadonna von Področov mit dem Jesuskind, 1,25 Meter hoch und aus der Zeit des Gründers; sie steht in einer Glasvitrine auf dem Hauptaltar und es werden ihr viele Wunder zugeschrieben. Der Ročov-Graduale, eine Handschrift in tschechischer Choralnotation, entstand hier, doch der Buchbestand des Klosters liegt heute im Stadtmuseum von Louny. Jährlich pilgern Gläubige zur Wallfahrt, bei der die Hymne Ročovský Zdrávas zu Ehren der Gottesmutter gesungen wird.
Das Gelände befindet sich derzeit in einer Phase der Renovierung und wird auch als Lagerraum für humanitäre Hilfe genutzt. Besucher sollten sich vorher informieren, ob ein Zugang möglich ist, und auf Bauarbeiten und begrenzte Bereiche vorbereitet sein.
Der hohe Turm an der Kirchenfront und die Friedhofskapelle wurden von Jan Blažej Santini zwischen 1715 und 1718 hinzugefügt, nicht von Dientzenhofer. Dientzenhofer leitete den Umbau von 1746 bis 1750, nachdem Wolkenbrüche in den Jahren 1731, 1740 und 1745 das Kloster baufällig gemacht hatten.
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